Hier stimmt das Klima!

VR-Bank, Markgröningen


Die Zahlen sprechen für sich: Dank des innovativen Klimakonzeptes und
der nachhaltigen Bauweise liegt der tatsächliche Primärenergieverbrauch
der  VR- Bank in Markgröningen ca. 70% unter der von der Energiespa-
rverordnung vorgegebenen Richtlinie. Dies erreichen bundesweit nur
wenige Gebäude. Doch nicht nur in ökologischer Hinsicht erfüllt das
Bankgebäude die Anforderungen an ein nachhaltiges Gebäudekonzept.
Auch die ökonomische Seite wird berücksichtigt. Oft liegt der Fokus bei
Bauvorhaben bei der Minimierung der Herstellungskosten. Die Nutzungs-
kosten im meist langen Lebenszyklus der Immobilien werden dabei nicht
berücksichtigt obwohl sie z.T. bis zu 85% betragen. Das Ziel bei diesem
Projekt war deshalb nicht nur der Einsatz neuer, ressourcenschonender
Technik, sondern auch das grundsätzliche Vermeiden von aufwendigen
technischen Lösungen, die im täglichen Betrieb viel Geld verschlingen.
Die Genossenschaftsbank ist ihren Mitgliedern gegenüber zu nachhal-
tigem Wirtschaften verpflichtet. Dies sollte sich auch in der Architektur
widerspiegeln.

Die VR Bank Asperg-Markgröningen schrieb 2010 einen Architektenwett-
bewerb aus: Die Arge Liebel/Architekten BDA und Irmler GmbH überzeug-
ten mit ihrer nachhaltigen Gebäudekonzeption und einem innovativen
Klimakonzept von Transsolar Energietechnik GmbH und gewann den
1. Preis. Die ursprüngliche Aufgabe: die Hauptgeschäftsstelle sollte sa-
niert werden. Das Gebäude war ein Komplex aus mehreren alten Bau-
körpern mit 7 Treppenhäusern, großen Verkehrsflächen, einer schlech-
ten Energiebilanz und hohen Instandhaltungskosten. Eine Kosten-
Nutzen-Analyse zeigte jedoch schnell, dass ein Neubau wirtschaftlicher
ist als eine Generalsanierung.

Der Neubau der VR Bank präsentiert sich heute als kompakter, en-
ergetisch sinnvoller Gebäudekörper. Die Grundrisse sind funktional
und mit kurzen Wegen organisiert. Dadurch wurden die ursprüng-
lichen Flächen – bei gleichbleibender Arbeitsplatzanzahl - erheblich
reduziert: Die Nutzflächen um mehr als ein Drittel, die Verkehrsflächen
um ca. 43%., die Fassadenflächen um ca. 42%.

Bereits im Entwurfsstadium wurde bei der Anordnung der einzelnen
Ebenen auf eine optimale Tageslichtausbeute in allen Bereichen ge-
achtet. So lenkt die Fassade zum einen mit ihren großen Fenster-
flächen und zum anderen mit Hilfe von Lichtlamellen das Tageslicht
weit ins Gebäude hinein. Zusätzlich versorgt das Oberlicht über dem
Atrium sowohl den Gebäudekern (in dem sich der Kundenbereich
befindet) als auch die Flure mit natürlichem Licht. Dies führt zu einem
erhöhten visuellen Komfort und reduziert gleichzeitig die Betriebs-
kosten für die Beleuchtung.

Das Bürogebäude wird über einen Erdkanal belüftet. Die frische
Luft, die so ins Gebäude gelangt wird überwiegend auf natürliche
Weise und ohne technische Hilfsmittel über einen Solarkamin
durch die natürliche Thermik abgeführt. Gebäudebeheizung und
Kühlung erfolgen über die aktivierten Stahlbetondecken. Diese
werden im Winter mittels einer Wärmepumpe mit Erdwärme ge-
speist. Im Sommer wird die Wärmepumpe nicht benötigt, hier
erfolgt die Einspeisung von ca. 18 Grad kaltem Wasser direkt
aus dem Erdreich.

Das Betriebsklima hat sich seit dem Umzug in die neuen
Räume zum Positiven verändert: Das lichthelle Atrium ist zum
Kommunikationszentrum des Hauses geworden. Über meh-
rere Ebenen hinweg. Die Mitarbeiter sehen sich mehr, sie kom-
munizieren mehr und verbringen mehr Zeit miteinander. Am
liebsten in der Kantine im obersten Stock mit schönem Blick
über die Altstadt. Sie haben jetzt auch die Möglichkeit, selbst
Einfluss auf ihr direktes Arbeitsumfeld zu nehmen (Licht, Luft,
Temperatur). Dadurch wird die Akzeptanz des Gebäudes noch-
mals gesteigert, die Mitarbeiter fühlen sich wohler, die Produk-
tivität wird verbessert.





Beteiligte Firmen:

Rohbauarbeiten
Berthold Kuhnle
Bauunternehmung GmbH + Co. KG


Trockenbauarbeiten / Akustikverkleidung /
Malerarbeiten

Malerwerkstätte Peter Lutz

Vollwärmeschutz / Stuckateur- u. Malerarbeiten
Malerwerkstätte Stuber